Von Michaela Benkitsch | aktualisiert am 11. September 2026 | Lesezeit: ca. 13 Minuten
In fast jedem Unternehmen liegt wertvolles Wissen brach: in Handbüchern, Angeboten, Protokollen und Studien, die niemand mehr liest. Gemini Notebook, wie Google sein KI-Tool NotebookLM seit Juli 2026 nennt, macht genau dieses Wissen abfragbar, hörbar und teilbar. In diesem Beitrag erfährst du, was Gemini Notebook 2026 alles kann, was es kostet, wie es mit dem Datenschutz aussieht und wie Teams und Führungskräfte in kleinen und mittleren Unternehmen konkret damit starten.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde im Juli 2026 komplett neu geschrieben und im September 2026 aktualisiert, unter anderem um die Umbenennung zu Gemini Notebook, den neuen Cloud-Computer für echte Datenanalyse und die geänderten Nutzungslimits.
Was ist Gemini Notebook?
Gemini Notebook ist ein KI-Tool von Google, das mit deinen eigenen Dokumenten arbeitet statt mit dem gesamten Internet. Du legst ein Notebook an, lädst deine Quellen hoch (zum Beispiel PDFs, Word-Dateien, Google Docs, Webseiten oder YouTube-Videos) und stellst dann Fragen dazu. Die Antworten stützen sich ausschließlich auf diese Quellen, und jede Antwort enthält Verweise auf die genaue Fundstelle. Bis zum 16. Juli 2026 hieß das Tool NotebookLM. Seither heißt es Gemini Notebook, dasselbe Produkt mit neuem Namen und neuem Logo. Bestehende Notebooks, Quellen und Audio-Übersichten bleiben vollständig erhalten, alte Links leiten automatisch auf die neue Adresse weiter, eine Migration ist nicht nötig. Google bündelt das Tool damit konsequent unter der Marke Gemini, so wie zuvor schon aus Bard ein Gemini-Produkt wurde. Wenn du in Anleitungen oder Kollegengesprächen weiterhin „NotebookLM" hörst, ist in aller Regel dasselbe Werkzeug gemeint. In diesem Beitrag verwende ich ab hier durchgängig den neuen Namen.
Das ist der entscheidende Unterschied zu ChatGPT, Gemini und Co im Standard-Modus: Ein normaler KI-Chat antwortet aus seinem antrainierten Weltwissen und klingt dabei auch dann überzeugend, wenn er daneben liegt. Gemini Notebook dagegen bleibt bewusst im Rahmen dessen, was du ihm gegeben hast. Google formuliert es in den offiziellen FAQ so: NotebookLM beantwortet Fragen auf Basis der Informationen in den hochgeladenen Quellen. Steht die Antwort nicht im Material, gibt es keine Antwort.
Gemini Notebook weiß nicht alles, es kennt deine Unterlagen. Genau das macht seine Antworten belegbar statt nur plausibel, und genau das macht es für Unternehmen so wertvoll.
Aus einem Notebook heraus erzeugst du außerdem auf Knopfdruck neue Formate: Zusammenfassungen, Berichte, Mindmaps, Lernkarten, Infografiken, Folien, podcast-artige Audio-Zusammenfassungen und sogar Erklärvideos. Dazu gleich mehr.
Wir alle, egal ob Marketingverantwortliche, Marketingteams, HR-Verantwortliche oder andere Zielgruppen im Unternehmen - wir jonglieren täglich mit Herausforderungen:
Marktanalysen durchforsten, Präsentationen erstellen und dazu relevante Inhalte finden, Schulungsunterlagen aufbereiten, Content-Ideen generieren, Verkaufsgespräche analysieren, Kundenfeedback auswerten…
Und wir alle wünschen uns eines: Es soll einfacher gehen und leichter sein. Wie schön wäre es also, einen Assistenten zu haben, der klare Antworten liefert und gleichzeitig alle Quellen und laufenden Projekte überblickt?
Willkommen bei Gemini Notebook, dem KI-Tool von Google, das die Art und Weise, wie du mit Daten und Inhalten arbeitest, neu denkt. Und diese Gedanken in schriftlicher bzw. auch in auditiver Form zugänglich macht.
Warum ist Gemini Notebook für KMU-Teams interessant?
Die erste Version dieses Beitrags richtete sich an Marketingteams. Diese Einschränkung habe ich bewusst aufgegeben, denn in meiner Arbeit als TÜV-zertifizierte Managerin für KI-Transformation zeigt sich in Workshops quer durch alle Branchen: Das Problem, das Gemini Notebook löst, haben alle Abteilungen. Es heißt verstreutes Wissen.
Drei Gründe machen das Tool gerade für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv:
- Der Einstieg ist niederschwellig. Es braucht keine IT-Abteilung, kein Projekt und kein Budget, um NotebookLM auszuprobieren. Ein Google-Konto genügt, die Gratis-Version ist erstaunlich großzügig. Für ein KMU ist das die vermutlich schnellste Möglichkeit, den Nutzen von KI am eigenen Firmenwissen zu erleben.
- Die Antworten sind überprüfbar. Gerade Führungskräfte hadern oft damit, dass KI-Chats Dinge erfinden. Weil Gemini Notebook nur aus den eigenen Quellen antwortet und die Fundstellen mitliefert, sinkt dieses Risiko deutlich. Verschwinden tut es nicht, ein kritischer Blick bleibt wichtig.
- Wissen wird in Formate übersetzt, die Menschen wirklich nutzen. Ein 80-Seiten-Handbuch liest niemand freiwillig. Eine 15-minütige Audio-Zusammenfassung fürs Pendeln, ein kurzes Erklärvideo oder ein Quiz für die nächste Teamschulung schon eher. Genau diese Übersetzungsarbeit übernimmt NotebookLM.
Wie funktioniert Gemini Notebook? RAG einfach erklärt
Hinter NotebookLM steckt ein Prinzip, das dir in der KI-Welt immer öfter begegnet: RAG, kurz für Retrieval-Augmented Generation. Auf Deutsch etwa: abrufgestützte Antwort-Erstellung. Klingt technisch, ist aber im Kern ganz einfach, und wer es einmal verstanden hat, versteht auch, warum Gemini Notebook verlässlicher antwortet als ein freier KI-Chat.
Stell dir zwei Phasen vor:
Phase 1, die Vorbereitung: Deine Dokumente werden in kleine, sinnvolle Abschnitte zerlegt. Jeder Abschnitt bekommt eine Art Zahlen-Fingerabdruck, der seine Bedeutung erfasst. Alle Abschnitte landen in einem durchsuchbaren Wissensspeicher. Das passiert einmal im Hintergrund, wenn du Quellen hochlädst.
Phase 2, die Abfrage: Stellst du eine Frage, sucht das System zuerst die inhaltlich passendsten Abschnitte aus deinem Wissensspeicher heraus (das „Retrieval", also der Abruf). Erst dann kommt das Sprachmodell ins Spiel: Es bekommt deine Frage plus die gefundenen Original-Stellen und formuliert daraus eine verständliche Antwort, inklusive Quellenangabe.
KI einfach erklärt
Wie RAG dein Firmenwissen abfragbar macht
Stell dir vor: alle Unterlagen deines Unternehmens liegen an einem Ort, und jede Person im Team bekommt in Sekunden die richtige Antwort, mit Quellenangabe. Genau nach diesem Prinzip arbeiten Tools wie NotebookLM. Folge den Datenströmen und klick auf jeden Schritt.
RAG=Retrieval-Augmented Generation: „KI-Antwort, ergänzt um deine eigenen Dokumente"Die ehrliche Einordnung
Wann ein RAG sich lohnt, und wann nicht
Der springende Punkt: Die KI rät nicht, sie belegt. Sie ergänzt ihre Antwort um deine Dokumente, statt frei aus dem Gedächtnis zu erzählen. Wenn du tiefer einsteigen willst: In der interaktiven Skizze oben kannst du jeden der acht Schritte anklicken und bekommst ihn ohne Fachchinesisch erklärt.
Welche Funktionen bietet Gemini Notebook im Jahr 2026?
Seit der ersten Version dieses Beitrags hat Google das Tool in hohem Tempo ausgebaut. Hier die wichtigsten Funktionen im Überblick, jeweils mit Stand Juli 2026.

Quellen: Vom PDF bis zum YouTube-Video
Gemini Notebook akzeptiert eine breite Palette an Quellen: PDFs, Google Docs, Google Slides, Google Sheets, Word-Dateien, Webseiten-Links, YouTube-Videos, Audiodateien, Bilder (etwa fotografierte handschriftliche Notizen) und seit März 2026 auch E-Books im EPUB-Format. Pro Quelle sind laut Googles Support-Seite bis zu 500.000 Wörter oder 200 MB möglich, in der kostenlosen Version passen bis zu 50 Quellen in ein Notebook, mit bezahlten Tarifen wächst dieses Limit auf bis zu 600 Quellen. Dazu kommt seit Januar 2026 ein Kontextfenster von 1 Million Token, und zwar in allen Tarifen inklusive der kostenlosen Version: Gemini Notebook kann sich damit innerhalb eines Notizbuchs an sehr lange, komplexe Gesprächsverläufe erinnern, ohne den Faden zu verlieren.
Deep Research: Die Recherche kommt zu dir
Seit November 2025 löst Gemini Notebook ein Problem, das viele vom Start abgehalten hat: das leere Notebook. Mit Deep Research recherchiert das Tool selbstständig im Web, erstellt einen strukturierten Bericht mit Quellenangaben und legt dir Bericht samt gefundener Quellen direkt ins Notebook. Google beschreibt die Funktion als deine persönliche Recherche-Unterstützung. Für schnelle Fragen gibt es zusätzlich den flotteren Modus Fast Research.
Der Chat: Fragen stellen, Fundstellen bekommen
Das Herzstück bleibt der Chat mit deinen Quellen. Jede Antwort enthält anklickbare Verweise auf die Originalstelle. Seit dem Update vom März 2026 werden Chat-Verläufe automatisch gespeichert und bleiben privat, du kannst eine Unterhaltung also später weiterführen. Außerdem lassen sich Erkenntnisse aus dem Chat direkt in Audio- oder Video-Zusammenfassungen verwandeln.
Audio Overviews: Dein Firmenwissen als Podcast, auch auf Deutsch
Die bekannteste Funktion: Zwei KI-Stimmen unterhalten sich über deine Inhalte, wie in einem Podcast. Was anfangs nur auf Englisch ging, funktioniert seit April 2025 in mehr als 50 Sprachen, Deutsch eingeschlossen. Seit August 2025 gibt es auch die ausführlichen Langversionen in über 80 Sprachen, wahlweise plus Kurzfassung für zwischendurch.
Video Overviews: Erklärvideos auf Knopfdruck
Seit Sommer 2025 erstellt NotebookLM auch Erklärvideos aus deinen Quellen, laut Google in 80 Sprachen weltweit, auch auf Deutsch. Seit März 2026 gibt es zusätzlich die aufwendigeren Cinematic Video Overviews mit flüssigen Animationen. Die sind allerdings vorerst nur auf Englisch verfügbar und den bezahlten Varianten vorbehalten.
Studio: Mindmaps, Berichte, Lernkarten, Quiz, Infografiken und Folien
Im sogenannten Studio-Bereich erzeugst du aus denselben Quellen weitere Formate:
- Mindmaps zeigen die Struktur deiner Inhalte als interaktives Ast-Diagramm, ideal um sich einen Überblick zu verschaffen (Anleitung von Google).
- Berichte fassen die Quellen strukturiert zusammen, etwa als Briefing-Dokument oder Studienführer.
- Lernkarten und Quiz machen aus Unterlagen Übungsmaterial. Seit März 2026 wird der Lernfortschritt gespeichert.
- Infografiken visualisieren Kernaussagen, seit März 2026 in zehn wählbaren Stilrichtungen.
- Folien erstellt Gemini Notebooks ebenfalls, inklusive Überarbeitungsschleife („ändere Folie 3") und Export als PowerPoint-Datei oder PDF.
Cloud-Computer: echte Datenanalyse
Die aus meiner Sicht spannendste Neuerung seit der Umbenennung: Jedes Notebook bekommt schrittweise einen abgesicherten Rechen-Raum, den Cloud-Computer. Damit kann das Tool nicht mehr nur zusammenfassen, sondern selbstständig Code schreiben und ausführen, etwa für exakte Berechnungen direkt auf Basis deiner eigenen Zahlen. Lädst du zum Beispiel mehrere Jahre Rechnungen als Tabellen hoch, kann dir das Tool heute damit tatsächlich rechnen, nicht nur beschreiben, was darin steht. Gemini Notebook ist kein Wissens-Postfach mehr, das du befragst und dessen Antworten du einfach übernimmst. Es ist ein Recherchepartner, der mitdenkt und inzwischen sogar rechnet. Genau deshalb trägt dein Team jetzt mehr Verantwortung dafür, was am Ende mit den Antworten passiert. Human in the Lead statt Human in the Loop
Fünf Anwendungsfälle für Teams und Führungskräfte
Gemini Notebook entfaltet seinen Wert dort, wo Wissen zwar vorhanden, aber schlecht zugänglich ist. Fünf Szenarien, die sich in kleinen und mittleren Unternehmen anbieten:

1. Onboarding: Das Firmenwissen zum Anhören
Neue Teammitglieder bekommen ein geteiltes Notebook mit Handbuch, Prozessbeschreibungen und den wichtigsten internen Dokumenten. Statt sich durch Ordner zu wühlen, fragen sie einfach: „Wie läuft bei uns die Urlaubsfreigabe?" Und für den Arbeitsweg gibt es die Audio-Zusammenfassung der Firmengeschichte und Werte.
2. Angebots- und Projektwissen: Nie wieder bei Null anfangen
Die letzten 30 Angebote, Leistungsbeschreibungen und Preislisten in einem Notebook gebündelt, schon kann der Vertrieb fragen: „Wie haben wir die Wartungspauschale zuletzt argumentiert?" Die Antwort kommt mit Fundstelle, nicht aus dem Bauch.
3. Meeting- und Projektdokumentation: Entscheidungen wiederfinden
Transkripte und Protokolle sammeln sich schnell an, gelesen werden sie selten. In einem Notebook werden sie abfragbar: „Warum haben wir uns im März gegen Lieferant X entschieden?" Wer diesen Gedanken größer und automatisierter denken will, findet in meinem Langdock-Praxistest den passenden nächsten Schritt.
4. Weiterbildung: Aus Studien werden Schulungen
Fachartikel, Studien und Normen zu einem Thema ins Notebook laden, dann daraus einen Bericht fürs Management, ein Quiz für die Teamschulung und eine Audio-Zusammenfassung für unterwegs erzeugen. Ein Wissensbestand, drei Zielgruppen, ein Bruchteil des früheren Aufwands.
5. Führungskräfte-Briefing: Schnell sprechfähig werden
Vor einer Entscheidung sammelt Deep Research die relevanten Quellen aus dem Web, die Mindmap zeigt das große Bild, der Chat beantwortet Detailfragen mit Belegen. So entsteht in einer Stunde eine Sprechfähigkeit, die früher einen halben Tag Recherche gekostet hat.
Wo Gemini Notebook an Grenzen stößt
Zu einem ehrlichen Praxis-Check gehört auch die andere Seite. Vier Punkte, die du kennen solltest, bevor du Gemini Notebook im Team ausrollst:
- Gemini Notebook weiß nur, was du ihm gibst. Die Qualität der Antworten steht und fällt mit der Qualität der Quellen. Veraltete oder widersprüchliche Dokumente führen zu veralteten oder widersprüchlichen Antworten. Erst aufräumen, dann hochladen.
- Es ist ein Wissens-Werkzeug, keine Automatisierungsplattform. Gemini Notebook beantwortet Fragen und erzeugt Formate, aber es verschickt keine E-Mails, legt keine Aufgaben an und greift nicht auf dein CRM zu. Für durchgängige Arbeitsabläufe und ein unternehmensweites KI-Betriebssystem braucht es andere Werkzeuge, ein Beispiel dafür beschreibe ich im Langdock-Praxistest.
- Die Formate haben eine eigene Handschrift. Audio- und Video-Zusammenfassungen klingen professionell, aber generisch. Für interne Zwecke ist das großartig, als öffentliches Aushängeschild deiner Marke würde ich sie nicht ungeprüft verwenden.
- Einzelne Neuerungen sind noch nicht auf Deutsch verfügbar. Die cineastischen Video Overviews etwa gibt es laut Google-Ankündigung vom März 2026 vorerst nur auf Englisch und nur in bezahlten Varianten.
- Auch der Cloud-Computer prüft sich nicht selbst. Berechnungen auf Basis deiner Daten sind ein mächtiges neues Werkzeug, aber wie jede KI-Ausgabe gehören auch sie stichprobenartig nachgeprüft, bevor sie in eine Entscheidung einfließen.
Was du zu den neuen Nutzungslimits wissen solltest
Seit dem 2. September 2026 rechnet Gemini Notebook nicht mehr nach festen Tageslimits ab, sondern nach tatsächlichem Rechenaufwand. Wie viel du nutzen kannst, hängt von der Komplexität deiner Anfrage, der Länge des Chats, der Anzahl der Quellen und den verwendeten Funktionen ab. Das Kontingent füllt sich alle fünf Stunden wieder auf, nicht mehr nur einmal täglich. Für dein Team bedeutet das konkret: Rechenintensive Ausgaben wie Video-Übersichten oder komplette Foliensätze lassen sich bei Erreichen des Limits über eine „Später erzeugen"-Funktion in eine Warteschlange stellen und werden automatisch fertiggestellt, sobald wieder Kapazität frei ist. Praktischer Tipp aus der Beratung: Plane größere Auswertungen nicht erst kurz vor einer Präsentation ein, sondern gib deinem Team einen zeitlichen Puffer.
Gemini Notebook und Datenschutz: Worauf du achten solltest
Die Frage kommt in jedem Workshop, und sie ist berechtigt: Was passiert mit den Dokumenten, die ich hochlade?
Hier lohnt der Blick auf den Konto-Typ. Für Arbeits- und Schulkonten (Google Workspace) sagt Google auf der offiziellen Support-Seite wörtlich: „Your uploaded files, chats and model outputs won't be reviewed by human reviewers or used to improve generative AI models." Auf Deutsch: Hochgeladene Dateien, Chats und Ergebnisse werden weder von Menschen eingesehen noch zum Training der KI-Modelle verwendet.
Für private (kostenlose) Konten gilt laut Google ebenfalls, dass Daten nicht zum Training von Gemini Notebook genutzt werden, außer du gibst aktiv Feedback (Daumen hoch oder runter). Dann können deine Eingaben und die Antworten von menschlichen Prüferinnen und Prüfern eingesehen und getrennt von deinem Konto bis zu drei Jahre aufbewahrt werden.
Daraus ergeben sich drei einfache Regeln für die Praxis im DACH-Raum:
- Firmendaten gehören in ein Workspace- oder Enterprise-Konto, nicht in ein privates Gratis-Konto. Erst dort greifen die vertraglichen Zusagen für Unternehmen.
- Personenbezogene Daten von Kunden haben in Gemini Notebook nichts verloren, solange das nicht sauber mit Datenschutzverantwortlichen geklärt ist (Stichwort DSGVO und Auftragsverarbeitung).
- Interne Spielregeln festlegen, bevor das Team loslegt: Welche Dokumentklassen dürfen hochgeladen werden, welche nicht? Ein einseitiges Merkblatt reicht oft schon und erspart später Diskussionen.
Wie startest du mit Gemini Notebook in deinem Team?
Mein Vorschlag für einen Einstieg ohne Überforderung, in drei Schritten:
- Klein anfangen, mit unkritischem Material. Nimm einen öffentlichen oder harmlosen Wissensbestand (etwa Branchenstudien oder deine eigenen Blogbeiträge) und lass zwei, drei Leute aus dem Team damit experimentieren: Chat, Audio-Zusammenfassung, Mindmap.
- Einen echten Anwendungsfall auswählen. Wähle eines der fünf Szenarien oben, das bei euch am meisten Zeit frisst. Definiere, welche Dokumente hineingehören und wer das Notebook pflegt.
- Spielregeln und Konto klären. Spätestens jetzt: Workspace-Konto statt Privatkonto, Merkblatt zu erlaubten Inhalten, eine verantwortliche Person pro Notebook. Dann ausrollen und Feedback einsammeln.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst verstehen, dann integrieren. Ein Tool einzuführen, bevor klar ist, welches Problem es löst, produziert nur ein weiteres ungenutztes Icon im Browser.
Fazit: Gemini Notebook ist 2026 erwachsen geworden
Als ich das erste Mal über das Tool geschrieben habe, damals noch unter dem Namen NotebookLM, war es ein spannendes Nischen-Tool mit einer beeindruckenden Podcast-Funktion. Heute, nach der Umbenennung zu Gemini Notebook und mit Funktionen wie dem Cloud-Computer, ist es etwas anderes: der vermutlich einfachste Weg für kleine und mittlere Unternehmen, das eigene Firmenwissen mit KI nutzbar zu machen. Ohne Projektbudget, ohne IT-Projekt, mit belegbaren Antworten statt KI-Bauchgefühl.
Die Grenzen sind genauso klar: Gemini Notebook ersetzt weder eine gepflegte Dokumentenablage noch eine unternehmensweite KI-Strategie. Es ist ein Baustein, aber ein erstaunlich zugänglicher. Und genau deshalb eignet es sich so gut als Einstieg: Dein Team erlebt am eigenen Material, was KI kann, und lernt dabei ganz nebenbei das Prinzip, auf dem immer mehr Unternehmens-KI beruht.
Du willst KI sinnvoll in deinem Team einsetzen und suchst den passenden Einstieg? Hol dir ein kostenloses Kennenlerngespräch, wir schauen gemeinsam, wie ihr das angehen könnt.
FAQ: Häufige Fragen zu NotebookLM
Ist Gemini Notebook kostenlos?
Ja, die Basisversion ist mit einem Google-Konto kostenlos nutzbar und umfasst 100 Notebooks mit je 50 Quellen, 50 Chat-Anfragen und 3 Audio-Erstellungen pro Tag. Mehr Kapazität gibt es über die Google-AI-Abos (Pro) oder über Google Workspace für Unternehmen.
Kann Gemini Notebook Deutsch?
Ja. Die Bedienung, der Chat und die Audio Overviews funktionieren auf Deutsch, Audio-Zusammenfassungen sogar in voller Länge. Video Overviews gibt es laut Google in 80 Sprachen, ebenfalls inklusive Deutsch. Nur einzelne neue Funktionen wie die Cinematic Video Overviews sind vorerst auf Englisch beschränkt.
Verwendet Google meine hochgeladenen Dokumente zum KI-Training?
Bei Arbeits- und Schulkonten (Google Workspace und Gemini Enterprise) sagt Google ausdrücklich zu, dass hochgeladene Dateien, Chats und Ergebnisse weder von Menschen geprüft noch zum Training der KI-Modelle verwendet werden. Bei privaten Konten gilt das ebenfalls, mit einer Ausnahme: Wenn du aktiv Feedback gibst, können diese Interaktion und die Antworten von menschlichen Prüferinnen und Prüfern eingesehen und bis zu drei Jahre getrennt von deinem Konto aufbewahrt werden. Für Firmendaten empfiehlt sich deshalb immer ein Workspace- oder Enterprise-Konto.
Was ist der Unterschied zwischen Gemini Notebook und ChatGPT?
ChatGPT antwortet aus seinem antrainierten Weltwissen und kann dabei Fakten erfinden. Gemini Notebook antwortet ausschließlich auf Basis der Quellen, die du hochgeladen hast, und verlinkt jede Aussage mit der Fundstelle. Für kreative Aufgaben ist ein freier KI-Chat stärker, für verlässliche Antworten aus deinen eigenen Unterlagen ist Gemini Notebook die bessere Wahl.
Eignet sich Gemini Notebook als Wissensdatenbank für mein Unternehmen?
Für den Einstieg ja: Geteilte Notebooks machen Handbücher, Angebote und Protokolle für das Team abfragbar, ohne dass eine neue Software eingeführt werden muss. Für unternehmensweite Anforderungen (Rechteverwaltung, Automatisierung, Anbindung an CRM und Co) stößt Gemini Notebook an Grenzen, dann lohnt der Blick auf ausgewachsene KI-Plattformen.
Quellen
- Google: NotebookLM Produktseite
- Google Support: NotebookLM FAQ
- Google Support: NotebookLM upgraden (Limits Free/Pro)
- Google Support: NotebookLM mit Arbeits- oder Schulkonto (Datenschutz, Workspace-Editionen)
- Google Support: Mindmaps in NotebookLM
- Google Blog (29.04.2025): Audio Overviews in über 50 Sprachen
- Google Blog (25.08.2025): Video Overviews in 80 Sprachen, Audio in voller Länge
- Google Blog (13.11.2025): Deep Research und neue Dateitypen in NotebookLM
- Google Workspace Updates (20.03.2026): Cinematic Video Overviews, Infografik-Stile, Folien-Überarbeitung, EPUB, PPTX-Export
- Google Blog: Video Overviews und Studio-Upgrades
- OnlineMarketing.de: NotebookLM Video Overviews auf Deutsch
- Intern: Langdock im Praxistest: Das sichere KI-Betriebssystem für den Mittelstand
